Gemeinde & Wappen

Wappen der Gemeinde Ludersdorf-Wilfersdorf

Im Jahre 1952 wurden mit der als „Wilfersdorf bei Gleisdorf“ bezeichneten Gemeinde die vormals eigenständigen Gemeinden Flöcking und Pircha verbunden. „Wilfersdorf an der Ries“ hieß die Gemeinde 1955, als sich die Gemeinde Ludersdorf mit ihr zur Großgemeinde vereinigte, ihren heutigen Namen erhielt die neue Gemeinde aber noch im selben Jahr.

Im unteren Raabnitztal gelegen, war das Dorf Ludersdorf schon immer für den Verkehr bedeutend. Hier teilen sich alle alten Wege, die aus der mittleren Oststeiermark über Hohensinn und Schemmerl, über Flöcking und Präbach, über Wilfersdorf und die Ries und über die Sammerstraße und Eggersdorf nach Graz führten. Damit war das Gebiet zwar auch zu allen Zeiten Feindeinfällen ausgesetzt, aber auch zur Errichtung einer Maut geeignet, die in Ludersdorf schon im Mittelalter nachzuweisen ist.

In dem schon zur Römerzeit besiedelten Gebiet – als Beleg sei ein Gräberfeld bei Flöcking genannt – hielten sich über die Ungarnstürme hinaus einige slawische Namen, wie Kötschmanngraben (1265 erstmals als Cheustmarn genannt) oder Manningwald und Manningbach, die kurzfristig die Grenze gegen Ungarn markierten.

Überdauert hat auch das karolingische Flöcking. Als Gutshof mit Mühle angelegt, wurde es 1233 von Friedrich II. der Deutschordenskommende am Leech zu Graz übergeben. Aus Höfen vorgegangen sind auch Wilfersdorf und Ludersdorf, die als Teile frühester Besiedlung anzusehen sind, wenn sie auch durch die Ungarn vorübergehend zerstört wurden.

Auf dem Hof zu Willeberchsdorf saß um 1220 ein Rudger, die Hoffelder erinnern noch an den aufgeteilten Hof. Zu Ludersdorf, das im Marchfutterregister von etwa 1390 als Ludweygsdorf aufscheint, wurde der Hof und die Huben und Hofstätten 1467 nach den Pibriachern den Stadlern verliehen, die es mit ihrer Herrschaft Freiberg verband.
Nach diesem nannte sich im 14. Jahrhundert ein kleines Dienstmannengeschlecht, wo aber ein alter Purgstall stand. Er lässt auf freies Eigen schließen, dessen Erben die Stubenberger waren, die nördlich davon wie in dem im Spätmittelalter abgekommenen Odleinsdorf ab 1428 eine Öde verliehen. Von diesem Vrleugsdorf, dem Friedhof, hielt sich ein einziges Gehöft, und aus dem benachbarten Pircha (Pirchach) bezog 1318 der Bischof von Seckau Einkünfte. Vorübergehend hatte hier 1395 auch das Stift Rein zwei Huben. Mit Wilfersdorf und den beiden Mühlen an der Rabnitz wurde Pircha 1620 aus Geldnot von Kaiser Ferdinand II. an Balthasar von Thannhausen verkauft.

Die Rosen auf silbernem Schrägbalken des Landtold zu Freiberg wurden in den grünen Schild gelegt, weil das Gebiet einst fast zur Gänze dem Landesfürsten gehörte.

Entwurf des Wappens: Dr. Heinrich Purkarthofer, Graz

Auszug aus „50 Jahre Gemeinde Ludersdorf-Wilfersdorf“ 1955-2005